Menschen Rechte Freiheit

Auch in diesem Jahr fand in der Jugendkirche der Parcours „Menschen Rechte Freiheit“ statt. Zeitgleich wurde mit der Ausstellung auch ein Jubiläum gefeiert.

Am 23. Mai 1949 – vor genau 70 Jahren – wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland feierlich verkündet und trat mit Ablauf des Tages in Kraft.

Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Zunächst nur als Provisorium gedacht, ist das Grundgesetz seit nun sieben Jahrzehnten die Verfassung unserer freiheitlichen Demokratie – anfänglich nur für den Westen, seit 1990 für ganz Deutschland.

Basis der Demokratie in Deutschland

Die freie und demokratische Grundordnung unseres Landes ist gewiss kein Selbstläufer. Der lange Weg hierhin, aus den Kinderschuhen der Demokratie und Menschenwürde bis heute, wird den Teilnehmer*Innen durch fünf Stationen erlebbar gemacht.

Von den bescheidenen Anfängen des Wahlrechts im 14. Jahrhundert, über die schrecklichen Einschränkungen und Missachtungen der Menschenwürde im NS-Regime bis hin zu unserer jetzigen Zeit, in denen wir trotz all des Fortschritts noch immer um echte Teilhabe für jeden Menschen in dieser Gesellschaft kämpfen müssen.

Zu Beginn der Ausstellung erhielten die Besucher*innen eine kurze Einleitung zu dem Thema. Danach ging jede Gruppe an eine der fünf Stationen zum Ausprobieren und Entdecken.

Begleitet wurden die Gruppen von eigens ausgebildeten jugendlichen Teamern. Diese wurden auf einer Bildungsfahrt nach Berlin bezüglich der Themen demokratisches Engagement, Geschichte und Bedeutung von Demokratie besonders geschult.

Video Bildungsfahrt Berlin

Video des Parcours „Menschen Rechte Freiheit“

Zum Abschluss des Parcours gingen alle Teilnehmer*innen nochmal in den Vorraum, wo sie ein kurzes Feedback geben und noch offene Fragen klären konnten.

Zum Abschluss folgte eine Abstimmung über die Grundwerte Meinungsfreiheit, Wahlrecht, Teilhabe und Menschenwürde per PingPong Bälle in Plastiksäulen: „Was ist das Wichtigste Grundrecht für dich?“

Fazit: Die Grundrechte gilt es zu bewahren! Alle Grundrechte gehören zusammen und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wird ein Grundrecht verletzt, werden auch alle anderen Grundrechte beeinträchtigt. Und über allem steht die Würde des Menschen! Diese gilt es zu achten und zu schützen!

Der Weg

Der Weg

Eine interaktive Ausstellung zum Thema Flucht

22.06. – 14.07.17

Auch in diesem Jahr beeindruckte und fesselte die Ausstellung wieder ihre Besucher. Sie erlebten an den interaktiven Stationen, was es heißt seine Heimat zu verlassen und eine Reise ins Unbestimmte zu begeben. Auch wenn die Schicksale der Menschen auf der Flucht nicht mehr so in den Medien präsent sind, zeigte die Ausstellung noch einmal die Aktualität und die Dringlichkeit sich mit Neu-Angekommenen auseinander zu setzen.

Fotostrecke DER WEG 2017

Die Ausstellung wurde vom Team der Jugendkirche in Zusammenarbeit mit der jungen Akademie für Zukunftsfragen und der Ausstellungsdesignerin Ika Gerrad im Frühjahr 2015 entwickelt.

Die großformatigen Fotos, die das Gesicht der Ausstellung prägen, wurden in den 80er Jahren von dem niederländischen Fotografen Ad van Denderen aufgenommen, der Menschen auf ihren Fluchtwegen begleitet hat.

Diese interaktive Ausstellung wurde in dem Ausstellungszeitraum von knapp 600 jungen Menschen besucht.

Ziel dieser Ausstellung war es, junge Menschen zu sensibilisieren, damit sie den Weg und das Schicksal der Menschen, die auf der Flucht sind, besser verstehen und ihre Motive nachvollziehen zu können. Dafür bekamen alle BesucherInnen eine neue Identität eines Menschen auf der Flucht, mit der sie dann in keinen Gruppen verschiedene typische Stationen einer Flucht mit einem Teamer zur Begleitung durchlaufen. Insgesamt elf Stationen umfasste die Ausstellung, von denen die Kleingruppen jeweils sieben erleben konnten.

Dazu gehören unter anderem die Stationen „Notunterkunft“, in der sie sich aus Kartons, Folie und Matten eine Schlafstadt bauen sollten und darüber nachdenken konnten:

  • Wie fühlt sich so eine Notunterkunft an?
  • Was fehlt (Privatsphäre; Hygiene; Wasser)?
  • Was passiert, wenn es regnet, stürmt oder kalt ist?

Eine Station, die das Gerechtigkeitsempfinden der BesucherInnen sehr beansprucht hat, hieß „Arbeits (Schwarz) Markt. Hier bekamen sie  die Möglichkeit, sich durch eine einfache Tätigkeit Geld für ihre Flucht zu verdienen. Allerdings mussten sie nach Ablauf der Zeit feststellen, dass sie der Willkür des „Arbeitgebers“ ausgesetzt waren. Manche bekamen Geld, andere nicht.

Ein möglicher Fluchtweg- mit dem Boot über das Meer.

Die intensivsten Stationen waren sicher die Hörstationen: In einem Schlauchboot zusammengedrängt konnten sie sich die Geschichte einer Flucht über das Mittelmeer anhören – umgeben von Wasser. Die zweite Hörstation bestand aus einem nachgebauten Container, in dem es schnell stickig wurde und wo sie die Geschichte einer Flucht über Land und in einem solchen Container zu hören bekamen.

Am Ende standen dann alle in einem Büro, wo über ihren Aufenthaltsstatus entschieden wurde: Duldung, Bleiberecht oder Abschiebung.

Eine Auswertung des Erlebten rundete den Besuch in der Jugendkirche dann ab.

Luther- die Ausstellung

Zum Reformationsjubiläum 2017 haben wir in der Jugendkirche eine Ausstellung für Schulklassen und Konfirmandengruppen entwickelt. Auch 2018 lief diese Ausstellung mit großem Erfolg.

Zu Beginn der Ausstellung erhielten die Besucher*innen eine kurze Einleitung in die mittelalterliche Welt Martin Luthers. Danach ging es auf die Spurensuche in Sachen Reformation. 15 Station luden ein zum Ausprobieren und  Entdecken.

Begleitet wurden die Gruppen von eigens ausgebildeten jugendlichen Teamern.

Die ersten Fünf Stationen luden ein, sich mit der Welt Martin Luthers auseinanderzusetzen:

…Medizin, Holz oder ein Ablassbrief?

An der ersten Station konnten Psalmen gedruckt oder mit Tinte und Feder abgeschrieben werden.

Eine andere Station stellte anhand von Biographien Personen des Mittelalters vor und  gab so Eindrücke auf das Leben der Zeit wieder.

An der Station zum Thema Ablasshandel diskutierten die Teilnehmenden  in der Gruppe, wofür sie das knappe Geld der Familie ausgeben wollten: Holz zum Heizen, Medizin für die kranke Mutter – oder einen Ablassbrief, der die Zeit im Fegefeuer verkürzt. Die Antwort war häufig schwierig zu finden…

Der zweite Teil der Ausstellung brachte den Teilnehmenden Luthers reformatorische Erkenntnisse näher:

So wurde an einer Station die Wiederentdeckung der Gnade Gottes anhand einer alten Küchenwaage verdeutlicht, mit welcher die Tätigkeiten, die einen näher zu Gott bringen, „abgewogen“ wurden.

Großer Beliebtheit erfreute sich auch die Station zum Thema Bildung. In Form eines Brtettspieles wurde den Teilnehmenden die Bedeutung von Bildung für die Reformation nahe gebracht.

Lange Fahnen mit hebräischen, griechischen und lateinischen Texten zeigten an einer anderen Station  die Bedeutung der deutschen Sprache, die Martin Luther maßgeblich geprägt hat.

Im dritten und letzten Teil ging es an fünf Stationen um die Frage, was die Reformation heute noch für eine Bedeutung hat.

Sehr beliebt war die Lego-Kirche, die die Besucher*innen kreativ umgestalten konnten.
Damit konnten sie ausdrücken, wie sie Gottesdienst heute feiern möchten und was für sie im Zentrum des Gottesdienstes stehen soll.

Beim Versuch, eine kleine Kugel durch ein Labyrinth oder einen Irrgarten zu bugsieren, erkannten die Teilnehmenden, dass der heutige Lebensweg maßgeblich durch Freiheit bestimmt ist. Er erfordert eigene Entscheidungen, die aber auch Sackgassen und Irrwege nicht ausschließen. Dies verdeutlichte der Irrgarten. Im Gegensatz dazu steht das Labyrinth als Symbol für den mittelalterlichen Lebensweg. Hier ist nur ein vorgegebener Weg möglich.

Dies sind nur einige Eindrücke der Ausstellung.

Zitat eines Lehrers nach dem Besuch der Ausstellung:
„Wie im letzten Jahr auch, hat es in diesem Schuljahr meinen Unterricht mehr als bereichert.
Bitte setzen Sie diese Ausstellung fort. Ich werde nicht müde, meinen Kolleginnen davon zu berichten.
Sie machen eine tolle Sache und ich danke ihnen herzlich.“

Fotostrecke Luther 2017

Deine Anne- ein Mädchen schreibt Geschichte

Spannende Wochen liegen hinter uns!

Alles begann mit der Reise nach Amsterdam  Amsterdam_2016

Dann folgte die Eröffnung der Ausstellung mit Olaf Scholz, Schirmherr der Ausstellung  Rede_Olaf Scholz
Staatsministerin Aydan Ösoguz    Eröffnung-2016-in-der-jugendkirche
und Bischöfin Kirsten Fehrs,
das Schulungswochenende durch das Anne Frank Zentrum Berlin
und dann endlich die Begleitung der Ausstellung selbst!

Mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher haben sich in diesem Jahr wieder auf den Weg in die Jugendkirche gemacht, um mehr über Anne Frank zu erfahren! 28 jugendliche Ausstellungsbegleiterinnnen und Begleiter haben es möglich gemacht, dass wir über 40 Gruppen  durch die Ausstellung leiten konnten.

Fotostrecke Anne Frank Ausstellung 2016

„Es ist einfach toll, wenn Schülerinnen und Schüler außerhalb der schulischen Wände solche Erfahrungen machen dürfen!“ (Rückmeldung eines Lehrers nach dem Ausstellungsbesuch)

IMG_4897

IMG_4935

Der Weg

Der Weg

Eine interaktive Ausstellung zum Thema Flucht

15.06. – 03.07.2015

Die Ausstellung wurde vom Team der Jugendkirche in Zusammenarbeit mit der jungen Akademie für Zukunftsfragen und der Ausstellungsdesignerin Ika Gerrad im Frühjahr 2015 entwickelt.

Die großformatigen Fotos, die das Gesicht der Ausstellung prägen, wurden in den 80er Jahren von dem niederländischen Fotografen Ad van Denderen aufgenommen, der Menschen auf ihren Fluchtwegen begleitet hat.

Diese interaktive Ausstellung wurde in dem Ausstellungszeitraum von über 700 zumeist jungen Menschen besucht.

Ziel dieser Ausstellung war es, junge Menschen zu sensibilisieren, damit sie den Weg und das Schicksal der Menschen, die auf der Flucht sind, besser verstehen und ihre Motive nachvollziehen zu können.

Dafür bekamen alle BesucherInnen eine neue Identität eines Menschen auf der Flucht, mit der sie dann in keinen Gruppen verschiedene typische Stationen einer Flucht mit einem Teamer zur Begleitung durchlaufen. Insgesamt elf Stationen umfasste die Ausstellung, von denen die Kleingruppen jeweis sieben erleben konnten.IMG_2270

Dazu gehören unter anderem die Stationen „Notunterkunft“, in der sie sich aus Kartons, Folie und Matten eine Schlafstatt bauen sollten und darüber nachdenken konnten:

  • Wie fühlt sich so eine Notunterkunft an?
  • Was fehlt (Privatsphäre; Hygiene; Wasser)?
  • Was passiert, wenn es regnet, stürmt oder kalt ist?

Eine Station, die das Gerechtigkeitsempfinden der BesucherInnen sehr beansprucht hat, hieß „Arbeits (Schwarz) Markt. Sie bekamen hier die Möglichkeit, sich durch eine einfache Tätigkeit Geld für ihre Flucht zu verdienen. Allerdings mussten sie nach Ablauf der Zeit feststellen, dass sie der Willkür des „Arbeitgebers“ ausgesetz waren. Manche bekamen Geld, andere nicht.IMG_2241

Die intensivsten Stationen waren sicher die Hörstationen: In einem Schlauchboot zusammengedrängt konnten sie sich die Gechichte einer Flucht über das Mittelmeer anhören – umgeben von Wasser. Die zweite Hörstation bestand aus einem nachgebauten Container, in dem es schnell stickig wurde und wo sie die Geschichte einer Flucht über Land und in einem solchen Container zu hören bekamen.

Am Ende standen dann alle in einem Büro, wo über ihren Aufenthaltsstatus entschieden wurde: Duldung, Bleiberecht oder Abschiebung.

Eine Auswerung des Erlebten rundete den Besuch in der Jugendkirche dann ab.

Reaktionen auf den Besuch:

„Da scheint etwas angekommen zu sein. Die Schülerinnen und Schüler reden sonst im Unterricht nicht so viel…“ (Eine Lehrerin)

„Ich finde die Ausstellung ganz gut. Ich meine, es gibt einen Eindruck, was Menschen alles durchmachen müssen auf der Flucht. In Wirklichkeit ist das natürlich alles viel schlimmer. Aber die Bilder vermitteln die Stimmung sehr gut!“ (Eine Jugendliche im Auswertungsgespräch)

„Ich wollte mich nur kurz bedanken für die eindrucksvolle Exkursion, die sie heute mit Cais Religionsgruppe gemacht haben. Cai war sehr beindruckt und noch ganz in dem Erlebnis, als er heute nach Hause kam.“ (Eine Mutter in einer Mail an die Lehrerin)

 

 

Glück-Selig

In diesem Jahr haben mehr als 500 Jugendliche unsere Ausstellung in der Jugendkirche besucht. Im Folgenden möchten wir euch einen kleinen Eindruck vermitteln, was für die Jugendlichen 2015 das Wichtigste für ihr persönliches Glück ist.
An der „Glückswand“ konnte jeder Ausstellungsteilnehmer zu Beginn der Ausstellung seine Vorstellung von Glück in formulieren.

Am häufigsten genannt wurden:

  • Familie
  • Freunde
  • Frieden
  • Gesundheit

Nach dem Besuch der Glücksausstellung haben die Jugendlichen einen kleinen Rückmeldebogen ausgefüllt.

Nach der Ausstellung ist Glück für mich…

Bild1

 

 

 

 

 

Mehrfachnennungen waren möglich.

Engel der Kulturen

Deine Anne – ein Mädchen schreibt Geschichte

Vom 5.2. bis 4.3.2014 fand in der Jugendkirche eine Ausstellung zu Anne Frank statt. Nach der Ausstellung im Jahr 2009 kam nun die neu konzipierte Wanderausstellung des Anne-Frank-Zentrums Berlin zurück in die Juki.

Jugendliche begleiten Jugendliche
34 Jugendliche meldeten sich freiwillig als BegleiterInnen für die Ausstellung an. Die zukünftigen BegleiterInnen wurden an zwei Tagen geschult und lernten hilfreiche Tricks für das Sprechen vor Gruppen. So konnte das Modell der Peer-Education, Jugendliche begleiten Jugendliche, gut umgesetzt werden. Alle 47 Gruppen wurden von 2-3 ausgebildeten Jugendlichen durch die Ausstellung begleitet.

Vorbereitung in Amsterdam
Vor der Ausstellung ging es sogar ein ganzes Wochenende  nach Amsterdam. Dort besuchten die jugendlichen AusstellungsbegleiterInnen das Anne Frank Haus, indem sich Anne, ihre Familie, ein Zahnarzt sowie eine weitere befreundete Familie versteckten. Acht Menschen mussten in diesem Hinterhaus auf engstem Raum verweilen und durften von den Mitarbeitern der Firma unter ihnen nicht gehört werden. Das Team bekam sogar einen exklusiven Einblick in die Küche und das Büro der Firma, wo sonst nur Stars wie Justin Bieber oder Beyoncé der Eintritt gewährt wird.
Es gab ein spannendes Zeitzeugengespräch mit Mirjam Ohringer, die als Jugendliche im Widerstand in Amsterdam aktiv war und auch heute noch dort lebt.
Von der Hollandsche Shouwburg (Holocaust Gedenkstätte) ging es noch zum Auschwitz Denkmal und zur Portugiesischen Synagoge.
Mit soviel Input waren die BegleiterInnen nun gut vorbereitet für die insgesamt 1200 Besucherinnen und Besucher, die in den 4 Wochen in die Ausstellung kamen.

Die Ausstellung
Der erste Teil der Ausstellung sprach die Vergangenheit, das Leben der Anne Frank vor und während des Zweiten Weltkrieges an. Im zweiten Teil wurde über die Gegenwart gesprochen. Welche Botschaft hat die Geschichte von Anne Frank heute? Wo werden heutzutage Menschen ausgeschlossen oder in Schubladen gesteckt und was kann man dagegen tun?

Nach dem großen Erfolg ist für viele im Team klar, dass die nächste Anne Frank Ausstellung nicht lange auf sich warten lässt. Auch zukünftig wird die Ausstellung etliche Besucher faszinieren und zeigen, was vor gut 70 Jahren geschehen und auch heute noch von Bedeutung ist. Jeder einzelne Ausstellungsbesucher, von jugendlich bis Senior, war begeistert.

Mehr Informationen auch unter www.annefrank.de

 Radiobeitrag von Julia Heyde de López, NDR 2, Moment mal

 

Fotostrecke unter http://die-jugendkirche.de/jugend/fotos/