Am Sonntag war es wieder soweit, die KonfirmandInnen aus der Kirchengemeinde Nienstedten erstellen ihren ganz eigenen Jugendgottesdienst.

Im Zentrum stand eine Geschichte von Jesus, in der er einen Jungen von einer schweren Krankheit heilt. (Mk 9,14ff) Dies ist eine Stelle aus der Bibel, die zeigt, dass auch Jesus mal genervt sein kann.

Er bemängelt den geringen Glauben der Menschen. In der zentralen Szene erzählt der Vater die Leidnesgeschichte seines Sohnes auf die Nachfrage Jesu, wie lange das Kind denn schon krank sei:

Der Vater antwortete:

“Von klein auf. Der böse Geist hat ihn auch schon oft ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Wenn du kannst, dann hilf uns! Hab doch Erbarmen mit uns!”

Jesus sagte:

“Was heißt hier: ‘Wenn du kannst? Wer glaubt, kann alles.”

Da schrie der Vater des Jungen auf:

“Ich glaube, hilf meinem Unglauben.”

An der Aussage Jesu: “Wer glaubt, kann alles!” machten sich viele Fragen der KonfirmandInnen fest:

Was steht dahinter? Was will Jesus damit sagen?

Auch der Vater des Jungen sagt: “Ich Glaube, hilf meinem Unglauben!”

So fragten sie sich: “Was heißt eigentlich genau Glauben?”

Sie kamen zu dem Gedanken, dass Glauben ja sowohl Hoffen, als auch Vertrauen bedeutet. Das Vertrauen in Gott, das die Last von einem nimmt.

Und das bedeutet dann eben auch, dass es Gott sein müsste, der Handelt und dass der Glauben einen nicht zum alleskönnenden Supermann macht. Über solche und ähnliche Fragen debattierten die Jugendlichen, um eine zentrale Aussage für ihren Gottedienst zu finden: “Man darf nie aufhören, auf Gott zu vertrauen” war nach längerer Diskussion ihre Entscheidung.

So entwickelte eine kleine Gruppe der KonfirmandInnen ein Anspiel für den Gottesdienst:

Vorne, vor dem Altar steht plötzlich eine Wand aus Kartons mit verschiedenen Begriffen darauf:

Unsicherherheit, Angst und Ungewissheit. Dann eine Stimme: “Ich kann das nicht!, das schaffe ich nicht!” Davor steht ein Junge. Er spricht der Stimme Mut zu und sagt ihr, dass mit Glauben alles machbar ist, sie solle nur Vertrauen haben. Nach einigem Hin und Her bekommt die Konfirmandin hinter der Mauer Mut, und sie macht den entscheidenen Schritt.

Sie durchbricht die Wand aus Kartons und ist frei.

Um dieses Anspiel herum machten natürlich auch die Jugendliche alles selbst, von der Begrüßung, bis zum Segen. Und auch von der Form her ist es kein gewöhnlicher Gottesdienst. Das Glaubensbekenntenis zum Beispiel bekam ein Echo aus dem off und stand an einer besonderen Stelle im Gottesdienst. Eben da, wo sie es haben wollten.

Schließlich war es ja ihr Gottesdienst. Und so ist Jugendkirche nun mal:

Jugendliche “machen” Kirche.

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