Der Weg

So war es 2017

Der Weg

Eine interaktive Ausstellung zum Thema Flucht

22.06. – 14.07.17

Auch in diesem Jahr beeindruckte und fesselte die Ausstellung wieder ihre Besucher. Sie erlebten an den interaktiven Stationen, was es heißt seine Heimat zu verlassen und eine Reise ins Unbestimmte zu begeben. Auch wenn die Schicksale der Menschen auf der Flucht nicht mehr so in den Medien präsent sind, zeigte die Ausstellung noch einmal die Aktualität und die Dringlichkeit sich mit Neu-Angekommenen auseinander zu setzen.

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Die Ausstellung wurde vom Team der Jugendkirche in Zusammenarbeit mit der jungen Akademie für Zukunftsfragen und der Ausstellungsdesignerin Ika Gerrad im Frühjahr 2015 entwickelt.

Die großformatigen Fotos, die das Gesicht der Ausstellung prägen, wurden in den 80er Jahren von dem niederländischen Fotografen Ad van Denderen aufgenommen, der Menschen auf ihren Fluchtwegen begleitet hat.

Diese interaktive Ausstellung wurde in dem Ausstellungszeitraum von knapp 600 jungen Menschen besucht.

Ziel dieser Ausstellung war es, junge Menschen zu sensibilisieren, damit sie den Weg und das Schicksal der Menschen, die auf der Flucht sind, besser verstehen und ihre Motive nachvollziehen zu können. Dafür bekamen alle BesucherInnen eine neue Identität eines Menschen auf der Flucht, mit der sie dann in keinen Gruppen verschiedene typische Stationen einer Flucht mit einem Teamer zur Begleitung durchlaufen. Insgesamt elf Stationen umfasste die Ausstellung, von denen die Kleingruppen jeweils sieben erleben konnten.IMG_2270

Dazu gehören unter anderem die Stationen „Notunterkunft“, in der sie sich aus Kartons, Folie und Matten eine Schlafstadt bauen sollten und darüber nachdenken konnten:

  • Wie fühlt sich so eine Notunterkunft an?
  • Was fehlt (Privatsphäre; Hygiene; Wasser)?
  • Was passiert, wenn es regnet, stürmt oder kalt ist?

Eine Station, die das Gerechtigkeitsempfinden der BesucherInnen sehr beansprucht hat, hieß „Arbeits (Schwarz) Markt. Sie bekamen hier die Möglichkeit, sich durch eine einfache Tätigkeit Geld für ihre Flucht zu verdienen. Allerdings mussten sie nach Ablauf der Zeit feststellen, dass sie der Willkür des „Arbeitgebers“ ausgesetzt waren. Manche bekamen Geld, andere nicht.IMG_2241

Die intensivsten Stationen waren sicher die Hörstationen: In einem Schlauchboot zusammengedrängt konnten sie sich die Geschichte einer Flucht über das Mittelmeer anhören – umgeben von Wasser. Die zweite Hörstation bestand aus einem nachgebauten Container, in dem es schnell stickig wurde und wo sie die Geschichte einer Flucht über Land und in einem solchen Container zu hören bekamen.

Am Ende standen dann alle in einem Büro, wo über ihren Aufenthaltsstatus entschieden wurde: Duldung, Bleiberecht oder Abschiebung.

Eine Auswertung des Erlebten rundete den Besuch in der Jugendkirche dann ab.